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Oktober, für das Bistum Würzburg den von Papst Franziskus initiierten Synodalen Prozess&nbsp;gestartet. „Das, was alle angeht, muss auch von allen und mit allen beraten werden“, so habe ein Grundsatz der jungen christlichen Kirche gelautet. So erklärte der Bischof den Hintergrund der weltweiten Bischofssynode „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“. Die Predigt hielt er im Dialog mit Lucia Stamm vom Vorstand des Diözesanrats. Als Ausdruck der weltweiten Verbundenheit feierte Bischof Bernardo Johannes Bahlmann aus dem brasilianischen Partnerbistum Óbidos die Messe mit. Dieser dankte für die Unterstützung aus Unterfranken während der Coronapandemie. Bischof Jung überreichte ihm am Ende der Feier aus dem Nachlass des verstorbenen Generalvikars Dr. Karl Hillenbrand eine geschnitzte Kiliansstatue. Diese werde einen Ehrenplatz in der Kilianskapelle in der Bischofsstadt am Amazonas bekommen, versprach Bischof Bahlmann.</p><p>Der Gottesdienst unter den aktuellen Corona-Schutzvorschriften wurde live auf TV Mainfranken sowie im Internet übertragen. Eingeladen waren insbesondere Vertreter der Laiengremien. Der Vorstand des Diözesanrats trug bei einer kleinen Prozession die Gaben zum Altar. In der Dialogpredigt blickten Bischof Jung und Stamm gemeinsam auf das Tagesevangelium. Darin wollen sich die Apostel Jakobus und Johannes hinter dem Rücken der anderen die Plätze links und rechts von Jesus sichern. „Wie so oft im Leben lernt man an einem schlechten Beispiel besser als an einem guten“, sagte Stamm. Bischof Jung hob hervor, dass es nicht mit dem Geist der Synodalität vereinbar sei, hinter dem Rücken anderer vorzugehen. Das Wort Synode komme vom griechischen Wort für „gemeinsam auf dem Weg sein“. Deswegen sei es entscheidend, einander zuzuhören. Stamm erläuterte, dass es letztlich immer um Macht gehe. „Die entscheidende Frage lautet, wie man Macht so gestalten kann, dass sie nicht zur Unterdrückung wird, sondern hilft, sich gut zu entwickeln.“</p><p>Der Bischof lobte das in diesem Zusammenhang von Papst Franziskus gebrauchte Bild der umgekehrten Pyramide. Es gehe nicht allein um die persönliche Haltung des Dienens, sondern darum, „der Kirche zu dienen, indem man an ihrer Weiterentwicklung arbeitet“. Stamm forderte ein gleichberechtigtes Miteinander auf Augenhöhe ein, „weil wir aufgrund unserer Taufe alle Jesus gleich nahe sind und eine gleiche Würde besitzen“. Für den Bischof zeigt sich die Nähe eines Menschen zu Jesus nicht in Macht, sondern daran, ob er oder sie wirklich Jesus diene – „bis zum Tod, wenn es sein muss“. Es sei eine echte Herausforderung, wenn der Papst nicht lediglich von einem Lernweg, sondern von der „synodalen Bekehrung“ als Aufgabe der Kirche im 21. Jahrhundert spreche, sagte Stamm. Bischof Jung interpretierte diesen Bekehrungsweg angesichts von Machtmissbrauch in der Kirche und „Schreckensnachrichten von Gewalt und Unterdrückung“ als eine Chance. Die Kirche könne nicht nur sich selbst weiterentwickeln, sondern auch der Welt ein Beispiel geben, wie man gut miteinander umgehe. „Kirche könnte damit zu dem werden, was ihre Berufung ist, Sakrament des Heils für die Welt“, erklärte Stamm.</p><p>Bischof Bahlmann dankte vor dem Schlusssegen für Gebet und konkrete Hilfe, welche das Bistum Würzburg seiner Diözese während der Pandemie habe zuteilwerden lassen. „Ohne diese Zeichen hätten wir diese Zeit nicht überlebt. Es war uns immer wieder ein Ansporn, diese Solidarität zu erfahren.“ Es sei darum gegangen, möglichst vielen Coronakranken zu helfen. Dank Unterstützung aus Unterfranken habe das Bistum Óbidos mit seinen Krankenhäusern und Krankenhausschiffen Hilfe leisten können und Menschenleben gerettet „Wie können wir uns heute in den Dienst nehmen lassen?“, sei eine der vielen Fragen der Synode. Die Bistümer Würzburg, Mbinga und Óbidos seien als Geschwister und Teile der Weltkirche miteinander unterwegs. Wer mit anderen wandere, sei am Ziel ein anderer Mensch und kenne auch die Weggefährten viel besser als zuvor. In Óbidos beginne der Synodale Prozess am heutigen Tag in den Kleinen Gemeinden, die auch schon bis zu 3000 Mitglieder haben könnten, werde dann in den Pfarreien fortgesetzt, die sich aus bis zu 150 Kleinen Gemeinden zusammensetzten. Es gehe also von „unten nach oben“, ehe Anfang November auch auf Bistumsebene der Synodale Prozess gestartet werde. „Es geht darum, gemeinsam zu hören, wie es ist in der Welt, in der wir leben.“ Ziel sei es, Positives zu stärken. Es würden gewiss auch Fehler und Schwächen zutage gekommen, für die es gelte, Lösungen zu finden. „Ich erflehe das Wirken des Heiligen Geistes, dass wir unseren Glauben weitertragen können in die nächste Generation“, sagte Bischof Bahlmann.</p><p>Für die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts sorgen Vokalensemble und Domkapelle am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Christian Schmid sowie Domorganist Professor Stefan Schmidt.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(4221/1018; E-Mail voraus)</p><p>Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet</p>]]></content:encoded><category>Bischof Franz Jung</category><category>Synodaler Weg</category><category>Mbinga</category><category>Obidos</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49049</guid><pubDate>Sun, 17 Oct 2021 11:30:00 +0200</pubDate><title>„Packen wir‘s an und gehen wir unter der Führung des Geistes Gottes los“</title><link>https://synode.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/packen-wirs-an-und-gehen-wir-unter-der-fuehrung-des-geistes-gottes-los/</link><description>Dialogpredigt von Bischof Dr. Franz Jung mit Lucia Stamm, stellvertretende Vorsitzende des Würzburger Diözesanrates, beim Gottesdienst zur Eröffnung der Bischofssynode für eine synodale Kirche am Sonntag, 17. Oktober 2021, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1">Lucia Stamm: Also ich staune: Jakobus und Johannes sind zwei gewiefte Taktiker. Wollen sich die beiden doch die besten Plätze links und rechts neben Jesus sichern. Und das hinter dem Rücken der anderen!</p><p>Bischof Dr. Jung: In der Tat, man glaubt es kaum, was in der frommen Apostelschar damals vor sich ging. Immerhin, der Zeitpunkt war geschickt gewählt. Kurz vor der Ankunft in Jerusalem dachten die beiden: Bevor das große Hauen und Stechen losgeht im Kampf um die besten Plätze im Reich Gottes, schaffen wir schnell mal Fakten. Dann ist der Kampf entschieden, bevor er überhaupt begonnen hat.</p><p>Stamm: Auf der einen Seite staune ich über so viel Berechnung und Hinterlist. Ich bewundere den wachen Blick für den rechten Moment. Auf der anderen Seite erschrecke ich. Denn die Herren Apostel hatten offenbar immer noch nicht begriffen, dass das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist. Hier geht es nicht darum, sich mit Ellenbogen, Beißen und Kratzen an die Spitze zu boxen.</p><p>Bischof: Immerhin: ein passendes Evangelium für den heutigen Sonntag. Denn heute wird in den Diözesen weltweit die Synode zur Synodalität eröffnet. Sie steht unter dem Titel: „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung.“</p><p>Stamm: „Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ – das sind große Worte! Schaut man auf das heutige Evangelium ist da noch viel Luft nach oben. Aber wie so oft im Leben lernt man an einem schlechten Beispiel besser, als an einem guten. Befragen wir daraufhin nochmals unser Evangelium.</p><p>Bischof: Was sich mit dem Geist der Synodalität jedenfalls nicht verträgt ist, hinter dem Rücken der Anderen vorzugehen, so wie Jakobus und Johannes es machen. Synodalität lebt von der Transparenz und der Offenheit. Deshalb ist es nur zu begrüßen, dass Jesus nicht mit den beiden Jüngern gesondert verhandelt, sondern alle Jünger zusammenruft. Jesus stiftet Gemeinschaft. Synodalität heißt nämlich, gemeinsam zu beraten. Denn nach einem Grundsatz der Alten Kirche „muss das, was alle angeht, auch von allen und mit allen beraten werden“.</p><p>Stamm: Mit der Idee der Synodalität verträgt es sich auch nicht, um Posten zu schachern und eine machtvolle Stellung über andere anzustreben. Deshalb weist Jesus solches Machtstreben streng zurück. &nbsp;Die Tatsache, dass die anderen Jünger sich über Jakobus und Johannes geärgert haben, zeigt aber, dass die Frage nach der Macht alle beschäftigte. Wahrscheinlich haben sie sich geärgert, weil insgeheim jeder selbst schon darüber nachdachte, wie er die anderen ausstechen könnte. Sie fühlten sich ertappt.</p><p>Bischof: So scheint es gewesen zu sein. Es geht im Letzten immer um die Macht. Jesus hört da sehr genau hin. Synodalität lebt ja davon, dass man einander zuhört. Nur im Zuhören erfährt man, wo der Schuh drückt und welche Probleme gerade verhandelt werden. Denn im Evangelium ist es wie im richtigen Leben: Die wirklich wichtigen Diskussionen werden häufig im Hintergrund und verdeckt geführt.</p><p>Stamm: Da finde ich es befreiend, dass Jesus offenlegt, dass es um Macht geht, und nicht um den heißen Brei herumredet. Denn wie Sie eben gesagt haben: es geht immer um die Macht. Das ist auch nicht schlimm. Die entscheidende Frage lautet nur, wie man Macht so gestalten kann, dass sie nicht zur Unterdrückung wird, sondern allen hilft, sich gut zu entwickeln. &nbsp;Jesus verweist auf das abschreckende Beispiel der Machthaber und Potentaten, die ihre Völker unterdrücken und knechten. Sein Auftrag lautet: Bei euch soll es nicht so sein!</p><p>Bischof: Wenn es also Macht und Leitung gibt, dann hat sie dienende Strukturen zu schaffen. Dienende Strukturen liegen dann vor, wenn alle miteinbezogen werden, wenn dem Wohl aller Rechnung getragen wird, wenn alle Begabungen soweit als möglich zum Zuge kommen.</p><p>Stamm: Genau! Papst Franziskus spricht in einem eindrücklichen Bild von einer umgekehrten Pyramide. Die Verantwortungsträger in der Kirche, die Kirchenspitze also, liegt unten, sagt er. So kommt ihre Verantwortung zum Ausdruck, für das Gelingen des Ganzen Sorge zu tragen. Nicht von oben herab, sondern von unten herauf.</p><p>Bischof: Ein starkes Bild! Es geht also nicht nur um die persönliche Haltung des Dienens, nicht nur darum, in der Kirche zu dienen, sondern auch darum, der Kirche zu dienen. Das tut man, indem man an ihrer Weiterentwicklung arbeitet. Beteiligung und Partizipation sind die entscheidenden Stichworte.</p><p>Stamm: Außerdem erlaubt die besondere Nähe zu Jesus nicht, sich Vorteile verschaffen zu können, wie Jakobus und Johannes meinen. Jesus hält nichts von einem höfischen System, in dem Nähe und Unterwürfigkeit zu Garanten für Karriere und Fortkommen werden. Das Gegenteil ist der Fall. Weil wir aufgrund unserer Taufe alle Jesus gleich nahe sind und eine gleiche Würde besitzen, geht es um ein gleichberechtigtes Miteinander auf Augenhöhe. Nur so kommen wir alle gemeinsam einen Schritt voran.</p><p>Bischof: Ob jemand Jesus besonders nahe ist, sieht man übrigens nicht daran, ob er Macht hat, sondern nur daran, ob er oder sie Jesus wirklich nachfolgt. Das meint Jesus mit dem Wort von der Taufe, das er zu Jakobus und Johannes sagt. Er meint damit die Bluttaufe des Martyriums. Das heißt die Bereitschaft, mit seinem Leben einzustehen für seinen Glauben. Gott zu dienen mit ganzem Herzen, ganzer Seele und mit all seiner Kraft - bis zum Tod, wenn es sein muss.</p><p>Stamm: In diesem Sinn stehen alle Beratungen einer synodalen Kirche immer unter dem Wort Gottes. Wie sagt Jesus im heutigen Evangelium: „wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“.</p><p>Bischof: In der Tat, das Wort Gottes steht über allen Beratungen und dient als Maßstab und Richtschnur, an dem sich alle zu orientieren haben. Und alle Unterscheidung der Geister soll helfen, die Formen der Beteiligung zu finden, die mehr dienen und die nützlicher sind als andere.</p><p>Stamm: Wenn ich das alles so höre, dann habe ich das Gefühl, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis Synodalität als Haltung und als Arbeitsweise in der Kirche eingeübt und verinnerlicht ist!</p><p>Bischof: Da haben Sie recht. Und das weiß auch der Papst. Aber das ist nicht schlimm, denn Synodalität ist immer ein Prozess. Und das bedeutet, dass man in allen Beratungsprozessen dazulernt. Synodalität kommt schließlich vom Griechischen „Syn-hodos“. Das bedeutet „miteinander auf dem Weg sein“, der immer ein Lernweg ist. Mit der Zeit stellt sich heraus, was wirklich weiterhilft, welche Formate der Beratung geeignet sind und wie man möglichst viele Menschen einbeziehen kann.</p><p>Stamm: Papst Franziskus spricht im Übrigen nicht nur von einem Lernweg, sondern sogar von der „synodalen Bekehrung“ der Kirche als Aufgabe im 21. Jahrhundert. Eine echte Herausforderung! Da mag einen trösten, dass auch die Jünger ziemlich lange gebraucht haben, bis sie verstanden hatten, was Jesus wirklich will. Bis sie sich wirklich bekehrt hatten!</p><p>Bischof: Gerade in einer Zeit, in der wir die Erfahrung von Machtmissbrauch in der Kirche diskutieren und tagtäglich die Schreckensnachrichten hören von Gewalt und Unterdrückung, ist dieser Bekehrungsweg aber auch eine Chance. Nicht nur für die Weiterentwicklung der Kirche selbst. Die Kirche könnte auch der Welt ein Beispiel geben, wie man gut miteinander umgeht.</p><p>Stamm: Dann würde der eigene Bekehrungsweg auch über die Kirche hinausweisen. Dann hätte Kirche hier eine Mission. Kirche könnte damit zu dem werden, was sie ihrer Berufung nach ist: Sakrament des Heils für die Welt.</p><p>Bischof : Das wäre in der Tat die schönste Frucht des Weges zur Synodalität. Packen wir‘s an und gehen wir unter der Führung des Geistes Gottes los. Denn Jesus ist unser Weggefährte auf dem gemeinsamen Weg zum neuen Jerusalem, zur heiligen Gottesstadt, in der alle erlöst miteinander leben. Jesus selbst ist unser Weg zur Wahrheit ins Leben!</p>]]></content:encoded><category>Bischof Franz Jung</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48976</guid><pubDate>Wed, 13 Oct 2021 11:03:31 +0200</pubDate><title>„Eine Einladung zum Gespräch“</title><link>https://synode.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/eine-einladung-zum-gespraech/</link><description>Domkapitular Albin Krämer über den von Papst Franziskus initiierten Synodalen Prozess im Bistum Würzburg – Eröffnung im Bistum am 17. Oktober – Beteiligung der Menschen im Bistum über eine eigene Homepage möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit einem Pontifikalgottesdienst um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom eröffnet Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 17. Oktober, für das Bistum Würzburg den Synodalen Prozess. Bereits am 10. Oktober hat Papst Franziskus diesen für die Weltkirche feierlich in Rom gestartet. Der Synodale Prozess steht unter der Überschrift „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“. Doch wie wird dieser Prozess in der Diözese Würzburg gestaltet? Welche Verbindungen ergeben sich zum Programm „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“? Domkapitular Albin Krämer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, erklärt im Interview das weitere Vorgehen.</p><p><em>POW: Herr Domkapitular Krämer, können Sie kurz erklären, worum es beim Synodalen Prozess&nbsp;von Papst Franziskus geht?</em></p><p>Domkapitular Albin Krämer: Synodalität ist für Papst Franziskus ein Wesensmerkmal der Kirche. Deshalb ist es ihm wichtig, dass sich im Vorfeld der Bischofssynode nicht nur die Bischöfe, sondern das ganze Volk Gottes äußern kann. Von Rom gibt es ein Vorbereitungsdokument zur Bischofssynode sowie ein „Vademecum“, ein ergänzendes Schreiben, das bei der Umsetzung helfen soll. Darin sind zehn Themenfelder aufgelistet, zu denen man sich austauschen kann. Sie wurden mit Blick auf die gesamte Weltkirche ausgewählt. Innerhalb der Diözesen sind wir aufgefordert, diese Themen auf unsere jeweilige Situation zu fokussieren. Wir haben für das Bistum Würzburg beispielsweise folgende Themenfelder formuliert: Wo und wie erlebe ich, dass wir als Volk Gottes miteinander unterwegs sind? Wie gelingt uns das vor Ort und in den Gemeinden, aber auch auf Bistumsebene? Wo und wie spielt das Wort Gottes in unserer Mitte eine Rolle, und sehe ich dafür neue Möglichkeiten? Wo und wie sind wir als Kirche Anwalt für die Menschen? Mit wem sind wir als Kirche vor Ort und im Bistum im Dialog?</p><p><em>POW: Wie wird der Synodale Prozess im Bistum Würzburg ablaufen?</em></p><p>Krämer: Wir werden uns im Oktober in allen diözesanen Gremien – Diözesanrat, Priesterrat, Dekanekonferenz, Diözesanpastoralrat und Allgemeiner Geistlicher Rat – mit diesen Fragen beschäftigen. Zudem wird sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend damit befassen, und auch die Ordensgemeinschaften sind dazu eingeladen. Für die Menschen im Bistum wird eine <a href="http://synode.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link">Homepage</a>&nbsp;eingerichtet, auf der sie sich zu diesem Fragebogen äußern können. Die Antworten werden gesammelt, gesichtet und sortiert. Es geht darum, Themenschwerpunkte zu definieren, zum Beispiel die Erwartungen der Menschen, aber auch Herausforderungen im Bistum. Bis Ende Dezember werden die Ergebnisse aus allen Beratungen und Befragungen im Bistum zusammengestellt und an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet. Die Deutsche Bischofskonferenz wiederum erstellt eine Zusammenfassung für ein Land beziehungsweise einen Sprachraum und leitet diese an die Bischofssynode weiter.</p><p>Oft wird nach Synergien zwischen dem Synodalen Prozess und dem Synodalen Weg in Deutschland gefragt. Auch vor der ersten Synodalversammlung konnten sich die Menschen in Deutschland auf einer Homepage zu den Themen des Synodalen Wegs äußern. Ich gehe fest davon aus, dass die Themen, die beim Synodalen Weg diskutiert werden, in die Rückmeldungen zum Synodalen Prozess aufgenommen werden. Das sind Themen, die die Menschen in Deutschland bewegen.</p><p><em>POW: Sehen Sie mögliche Parallelen beziehungsweise Synergieeffekte mit dem Programm „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“, das gerade im Bistum umgesetzt wird?</em></p><p>Krämer: Ich sehe den Synodalen Prozess als eine Herausforderung, aber auch als Chance, sich miteinander über unseren Weg als Kirche vor Ort, unseren Auftrag als Christinnen und Christen in dieser Welt auszutauschen. Es ist eine Einladung, sich der Situation in Form eines geistlichen Gesprächs zu stellen, und das kann dem Austausch noch einmal eine andere Qualität geben. Wenn ein Bistum sich neu aufstellt, geht es zum einen um organisatorische Fragen: Wie geschieht Leitung in den Pastoralen Räumen? Wie ist das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen? Es geht aber auch darum, wie die Seelsorge vor Ort gestaltet wird, wie wir die Gemeinden so begleiten, dass sie als lebendige Gemeinschaften präsent sind. Wie fördern wir die Charismen und Begabungen der Menschen? Wie vernetzen wir uns mit anderen? Wie geben wir Kindern und Jugendlichen Orientierung, wie begleiten wir die Alten, Kranken und Schwachen, welche Impulse geben wir für Familien? Wo schaffen wir Orte der Ermutigung und Stärkung? Alle diese Fragen gehören zum Programm „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“. Ich sehe den Synodalen Prozess hier als eine wertvolle Begleitung, Vertiefung und Ergänzung.</p><p><em><strong>Gebet für den Synodalen Prozess</strong></em></p><p>Zu Beginn jeder Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Gebet „Adsumus Sancte Spiritus“ gesprochen. „So wollen wir auch zu Beginn dieses Synodalen Prozesses mit diesem Gebet den Heiligen Geist bitten, in uns zu wirken, damit wir uns als Gemeinschaft verstehen und die Gnade Gottes empfangen“, heißt es in einem Schreiben des Generalsekretärs der Bischofssynode:</p><p class="text-center"><em>Wir stehen vor dir, Heiliger Geist,</em></p><p class="text-center"><em>in deinem Namen sind wir versammelt.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Du, unser wahrer Ratgeber:</em></p><p class="text-center"><em>komm zu uns,</em></p><p class="text-center"><em>steh uns bei,</em></p><p class="text-center"><em>kehre ein in unsere Herzen.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Lehre uns, wohin wir gehen sollen;</em></p><p class="text-center"><em>zeige uns, wie wir das Ziel erreichen können.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Bewahre uns davor,</em></p><p class="text-center"><em>als schwache und sündige Menschen</em></p><p class="text-center"><em>die Orientierung zu verlieren.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Lass nicht zu,</em></p><p class="text-center"><em>dass Unwissenheit uns auf falsche Wege führt.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Gib uns die Gabe der Unterscheidung,</em></p><p class="text-center"><em>dass wir unser Handeln nicht von Vorurteilen</em></p><p class="text-center"><em>und falschen Rücksichten leiten lassen.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Führe uns in dir zur Einheit,</em></p><p class="text-center"><em>damit wir nicht vom Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit abkommen,</em></p><p class="text-center"><em>sondern auf unserer Pilgerschaft dem ewigen Leben entgegenstreben.</em></p><p class="text-center"></p><p class="text-center"><em>Das erbitten wir von Dir,</em></p><p class="text-center"><em>der du zu allen Zeiten und an allen Orten wirkst,</em></p><p class="text-center"><em>in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn</em></p><p class="text-center"><em>von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.</em></p><p class="text-right"><em>Interview: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)</em></p><p>(4121/0992; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Synodaler Weg</category><category>Im Gespräch</category></item></channel></rss>